top of page

Höhenangst - alles nur Einbildung?

Aktualisiert: vor 7 Stunden


Wer unter Höhenangst leidet, kennt solche Situationen: während auf einem abschüssigen Wanderweg, auf einer wackeligen Hängebrücke oder auf einen hohen Turm plötzlich der Atem still steht und kein Schritt mehr geht, hüpfen links und rechts sorglose Kinder vorbei. Auch Begleitpersonen haben oftmals kaum Verständnis für die Angst und Sorgengedanken, denn sie selbst haben die Situation ja ohne besondere Aufmerksamkeit meistern können. Viele Betroffene fragen sich deshalb: ist das alles nur Einbildung?


Ganz wichtig ist zu verstehen, dass grundsätzlich alle Menschen einen biologisch eingebauten Respekt vor Höhe haben. Schliesslich soll uns das Angstgefühl vor möglichen Gefahren warnen. Als Kind haben wir jedoch rasch gelernt, welche Höhen wirklich gefährlich sind und welche nicht. Dabei entwickelt sich das individuelle Angstempfinden ganz unterschiedlich: während einige Menschen bereits auf einem 3-Meter-Sprungbrett im Schwimmbad weiche Knie kriegen, spüren andere die Angst erst, wenn sie beim ungesicherten Klettern in einer senkrechten Felswand nicht mehr weiterkommen. 


In der Psychologie ist von Höhenangst immer dann die Rede, wenn die Angst der Situation gegenüber unangemessen und übertrieben ist, weil keine oder nur eine geringe objektive Gefahr besteht. Während die Kletternde in der Felswand sich also durchaus einer realen Gefahr ausgesetzt hat und die Angst somit begründet ist, besteht für den Schwimmer auf dem Sprungbrett keine wirkliche Gefahr. Ein leicht abschüssiger Wanderweg mag zwar durchaus ein Absturzrisiko bergen, ist der Boden jedoch trocken und griffig, der Weg genügend breit und die Person selbst gesundheitlich fit und trittsicher, muss keinesfalls mit einem Worst-Case-Szenario gerechnet werden. Im Vergleich dazu bietet der Stadtverkehr objektiv betrachtet, wesentlich höhere Risiken. Wer also auf einem solchen Wanderweg dennoch in einen Panikmodus fällt, muss sich selbst wohl als Betroffene:r von Höhenangst bezeichnen.


Nicht-Betroffene mögen die Höhenangst nun als Übertreibung oder Einbildung abtun. Doch für ihre Höhenangst können die Betroffenen nichts. Die Gründe sind vielfältig und oft in der eigenen Persönlichkeit und in der Erziehung zu finden. Und während die Angst selbst irrational erscheinen mag, sind die körperlichen Symptome, wie Schwindel oder Herzrasen, real und das daraus folgende Verhalten, wie Erstarren oder Flucht, im Unterbewusstsein tief verankerte Muster. Sobald Betroffene die Höhe als unmittelbare Bedrohungslage einstufen, wird der Körper biologisch bedingt in einen Alarm-Modus versetzt. Adrenalin wird ausgeschüttet und die Muskulatur in Spannung gesetzt, was von Betroffenen als weiche Knie oder zitternde Beine erlebt wird. Sobald Angst entsteht, aktiviert das Gehirn auch den Sympathikus, was unmittelbar eine schnellere und unregelmässigere Atmung bewirkt. Typische Folgen sind Schwindel, Herzklopfen und Atemnot. Das fiese an diesem Mechanismus ist, dass diese Körpersymptome wiederum die Angstgefühle verstärken. Wer einmal eine vergleichbare Panikattacke erlebt hat, wird alles versuchen, nicht nochmals in die gleiche Situation zu geraten. Dieses Vermeidungsverhalten, oder die «Angst vor der Angst», wie sie in der Psychologie auch genannt wird, führt letztendlich jedoch dazu, dass sich die Höhenangst über die weiteren Lebensjahre nur noch verstärkt.


Die gute Nachricht zum Schluss: Höhenangst ist eine im Leben erlernte Angst, die sich wie andere spezifischen Phobien, wie z.B. Spinnenangst oder Flugangst, auch wieder erfolgreich verlernen lässt. Den Betroffenen stehen dafür einige wissenschaftlich nachgewiesene Methoden zur Verfügung. Gerade die Atmung lässt sich bewusst regulieren und dadurch auch die Körpersymptome reduzieren. Doch in einer Stresssituation noch tief und langsam atmen zu können, will geübt sein. Deshalb vermittelt dir Höhencoach in einem Höhenangst-Training nicht nur einen Werkzeugkoffer an hilfreichen Methoden, sondern begleitet dich auch in eine reale Angstsituation. Und falls du dich im alpinen Gelände auch nicht ganz trittsicher fühlst, empfehlen wir dir unsere kombinierten Trainingsangebote für eine bessere Gehtechnik.


Also, wenn du jetzt aktiv etwas gegen deine Höhenangst unternehmen willst, kannst du hier dein Training buchen


Passend zu diesem Beitrag empfiehlt Höhencoach auch folgende Beiträge:



Weitere Beiträge zu den Themen Höhenangst, Höhenschwindel und Sturzangst und wie du diese erfolgreich verlernen kannst, findest du auf www.hoehencoach.ch in den jeweiligen Rubriken. Keine Beiträge mehr verpassen und von Höhencoach den Newsletter abonnieren


Quellen für diesen Beitrag:



Copyright: Höhencoach, Inhaber David Elsasser, 8840 Einsiedeln, Schweiz


Bild: Höhencoach



 

 






Angstfrei unterwegs







bottom of page